5G – eine Gefahr?

5G – eine Gefahr? Massvoller Umgang tut not.

5G – die fünfte Generation der Mobilfunktechnik, soll bis zu 1000-mal mehr Datenvolumen übertragen als bisher. Die Reaktionsgeschwindigkeit wird nicht mal mehr eine Millisekunde betragen. Waren 3G und 4G vor allem für Smartphones ausgelegt, kommen bei 5G gewaltige Mengen vernetzter Geräte hinzu: clevere Ampeln, selbstfahrende Autos, mitdenkende Kühlschränke, autonome Maschinen etc. 5G-Stationen werden viel kleiner sein und unauffälliger platziert werden können, etwa an Hauswänden, an Telefonzellen, an den Telekommunikationskästen am Strassenrand oder direkt unterhalb von Kanaldeckeln.

Gründliche Langzeitstudien, die die reale Alltagsbelastung untersuchen, fehlen bislang.

Im Dezember 2014 traten sechs international renommierte Forscher vor den Superior Court in Washington D.C. und sollten als unabhängige Experten im grössten Schadensersatzprozess aller Zeiten aussagen. Auf der Anklagebank mehrere Handyhersteller und der CTIA, der internationale Verband der Mobilfunkbranche.

Neun Gehirntumorpatienten bzw. deren Angehörige hatten Klage gegen die Mobilfunkindustrie eingereicht. Sie sind überzeugt, dass sie aufgrund intensiven Handygebrauchs krank geworden sind.

Nach monatelangen Anhörungen und intensivem Aktenstudium erachtet der Richter die Anklagepunkte als stichhaltig und glaubwürdig – darunter die Verletzung der Sorgfaltspflicht und des Verbraucherschutzes.

Mehrmals forderten Schweizer Ärzteverbände ein Absenken der Grenzwerte, doch Regierung und Behörden ignorieren ihre Sorge. Seither haben über 100 Studien die negativen Auswirkungen der Strahlung auf menschliche und tierische Zellen detailliert dokumentiert.

Als Wirkmechanismus tritt bei den meisten Studien der oxidative Zellstress hervor, den WLAN und Mobilfunkfelder verursachen – also eine erhöhte Belastung durch freie Radikale. Die oxidative Belastung fördert das Entstehen zellulärer Schäden. Das kann auf Dauer zu vielfältigen Erkrankungen führen, auch zu Krebs.

Forscher und Ärzte sehen einen direkten Zusammenhang mit Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Gedächtnisverlust, Depressionen und weiteren neurologischen Beschwerden.

In manchen Ländern hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Frankreich setzt ein Verbot von WLAN in Kinderkrippen durch, Israel ein WLAN-Verbot in Kindergärten und Vorschulen. Zypern strahlt warnende TV-Spots zu Handys und WLAN aus, etliche weitere Länder verschärfen ihre Grenzwerte für Mobilfunkanlagen.

Sobald Politiker, Behörden und Bevölkerung die Risiken und Folgen von WLAN und Mobilfunkstrahlung wirklich erfasst haben, können zukunftsorientierte Lösungen erarbeitet werden. Strenge Grenzwerte, WLAN-freie Zonen, vermehrt strahlungsfeie Technologien für unsere Häuser und ein massvoller Umgang mit Handy und Co.


Quelle: Petra Horat Gutmann für Natur & Umwelt (Text gekürzt)

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